Es war so ein verregneter Tag. Alles war nass. Mica, die Katze, war nass. Das Stiegenhaus war nass.
Bei der Tür zum Kindergarten stand der Hausmeister. Er schaute recht grantig drein. Die Kinder gingen vorbei.
Sie tropften. Wasser und Gatsch. Weil es auf der Welt nichts Besseres gibt, als in eine Lacke zu springen. So von weit weg. Mit Anlauf. So: „Pass auf, Štefek, schau her.“ „Jetzt kommt’s.“ Und dann nimmst du Anlauf, und springst, und fliegst. Und das Wasser klatscht. Bravo!!! Bravo Bozo. Der größte Spritzer.
Aber in der Lacke ist Gatsch. Und der Gatsch spritzt, in einem großen gatschigen Bogen rundherum. Die Wand bei der Lacke rinnt von Gatschwasser. Ein einziger großer Fleck. Und wenn man ihn so anschaut, diesen Fleck, schaut er aus wie der Hausmeister. Man muss die Augen ein bissl zukneifen, sich ein bissl nach links bücken, den Kopf aber ganz ein bissl nach rechts neigen, und do hast ihn. Hausmeister. Kappe, Schnurrbart, Falten. Reiner Hausmeister.
Und dann ist es ganz egal, was Bozo an diesem Tag an den Füßen hat. Die Mama wird schimpfen. Ja, gelbe Stiefel sind super. Dem Wasser ist es aber ganz egal, was in es hineinfliegt. Neue Turnschuhe, alte Turnschuhe, ohne Schuhe. Wenn es nicht zu kalt ist, zieht Bozo die Schuhe aus, nimmt die Socken runter und steigt ins Wasser. Der Gatsch gleitet ihm durch die Zehen. Glatt ist er. Weich. Gut gesetzter Gatsch.
Und dann mit Štefek in den Kindergarten. Bozo hat gewonnen, um die Ecke, die Stiegen hinauf, fast durch die Tür.
„Haloooo“ donnert es,
der Hausmeister schimpft,
Bozo dreht sich um,
Štefek, ein richtiger Blitz,
saust vorbei.
„Bozo, was machst du mir schon wieder“, sagt der Hausmeister. „Schau in den Gang. Den ganzen Morgen habe ich ihn geschrubbt. Geschrubbt hinauf, und hinunter, und links und rechts. Und du jetzt tapp tapp tapp. Der ganze Gatsch wird dir auf den Boden fallen.“ Der Hausmeister dreht sich zum Gang, zeigt mit der Hand und ... und ... UND .... „Was ist denn jetzt das?“ Im Gang sind Spuren. Lange Schritte. Bozo grinst, Štefek war schnell wie der Blitz.
Bozo aber um den Hausmeister herum. Ganz langsam, hinter seinem Rücken. Hausmeister links, Bozo rechts. Hausmeister rechts, Bozo links. Hausmeister nach vorn, Bozo hinter ihm. „Bua, wo bist denn hin?“ Bozo aber, aus vollem Hals: „Hausmeister Gatschkleister!“ und dann mit voller Geschwindigkeit den Gang hinunter. Tschof tschof tschof klapperten die Schuhe, schmatz schmatz schmatz klebten die Sohlen. Wenn ein Mensch künstlerisch angehaucht wäre, würde er sagen, dass Bozo richtig kunstvolle Spuren gemacht hat. Solche für zum Arzt.
Wie meinst du das, für zum Arzt?
Du weißt schon. Wenn du zur Untersuchung gehst und der Arzt sagt: „Na Bozo, wie ist es mit deinem Plattfuß?“ Und dann musst du zwei Schritte vor und zurück. „Gerade stehen.“ „Schultern hoch.“ Aber Bozo ist schon wie eine Kerze. Wie eine Föhre. Wie ein Besen. Der vom Hausmeister! Und dann musst du auf so einen nassen Fetzen steigen, dann auf den Boden, und du hinterlässt Spuren. Und der Arzt sagt – „na Bozo, es ist ein bissl besser, aber du musst mehr barfuß gehen.“
Eben, und dann wundert sich der Hausmeister, wenn man barfuß durch die Lacke geht.
Sozusagen hat es der Arzt befohlen.